Bogenschießen

Geräte: Recurvebogen, Blankbogen, Compoundbogen (bis max. Gipfelgewicht: 60 pounds), Pfeile aller Art, außer Jagdpfeile, die die Scheibe beschädigen, sind erlaubt. Außerdem: Pfeilköcher, Armschutz und Brustschutz.

Anschlag: Der Schütze muss beim Schießen aufrecht stehen, er darf keine Stütze benutzen. Für versehrte Sportler sind Ausnahmen zugelassen.

Scheiben und Auflagen: Der Scheibenkörper (Binsen, Stramitplatte oder Ethafoamscheibe) hat die Abmessungen von ³ 124 cm Durchmesser oder Quadrat. Die Scheibe hat einen Neigungswinkel von 15° und das Zentrum der Scheibe muss sich in einer senkrechten Höhe, gemessen vom Boden, auf 130 cm ± 5 cm befinden. Die Scheibenauflagen müssen eine Kennzeichnung der FITA-Lizenz aufweisen. Die Auflagen bei der Disziplin FITA-Runde im Freien sind in 10 Ringe eingeteilt, wobei vom Zentrum aus jeweils 2 Ringe zu verschiedenen Farbzonen zusammengefasst sind. 10 und 9 = gold, 8 und 7 = rot, 6 und 5 = blau, 4 und 3 = schwarz und 2 und 1 = weiß. Für die Compoundschützen gilt die verkleinerte innere 10 als HIT.

Die Auflagen bei der Disziplin FITA-Feldrunde sind in 5 Ringe eingeteilt, wobei das Zentrum gelb gekennzeichnet ist. Alle übrigen Ringe sind schwarz. Für die Compoundschützen zählt der innere Ring der gelben Zone als HIT.

 

Folgende Auflagenabmessungen sind lt. FITA-Regelwerk und der SpO in folgenden Disziplinen vorgegeben:

 

FITA-Runde im Freien
Entfernungen 90 m, 70 m, 60 m 122 cm Ø
Entfernung 50 m 80 cm Ø
Entfernung 30 m 4 x 80 – Spot

 

Für die Schüler sind folgende Größen vorgegeben:
Schüler A Entfernung: 50 m u. 30 m 122 cm/80 cm Ø
Schüler B Entfernung: 25 m u. 18 m 80 cm/60 cm Ø

 

FITA-Runde in der Halle
Entfernung 25 m 60 cm Ø/3fach Spot vertikal
Entfernung 18 m 40 cm Ø/3fach Spot vertikal

 

Für die Jugend und Schüler sind folgende Größen vorgegeben:
Jugend Entfernung: 18 m 40 cm Ø
Jugend A Entfernung: 18 m 60 cm Ø
Jugend B Entfernung: 18 m 80 cm Ø

 

FITA-Feldbogenrunde
Entfernungen 30 – 60 m 80 cm Ø
Entfernungen 15 – 45 m 60 cm Ø
Entfernungen 10 – 30 m 40 cm Ø
Entfernungen 5 – 20 m 20 cm Ø

 

Für die Schüler sind folgende Entfernungen und Auflagen vorgegeben:
Entfernungen 25 – 40 m 80 cm Ø
Entfernungen 15 – 30 m 60 cm Ø
Entfernungen 10 – 25 m 40 cm Ø
Entfernungen 5 – 15 m 20 cm Ø

 

 

Für Anfänger ist der Recurve-Bogen am besten geeignet. Er besteht aus einem Mittelteil aus Holz oder Metall, an das die beiden Wurfarme befestigt werden (Steck- oder Schraubvorrichtungen). Die Wahl der Stärke der Wurfarme lässt sich hierbei ganz individuell auf die physische Leistungsfähigkeit des Schützen abstimmen. Diesem Aspekt kommt besondere Bedeutung zu, da das Ziehen des Bogens vornehmlich die Rückenmuskulatur beansprucht und diese erfahrungsgemäß bei Anfängern nur schwach ausgebildet ist. Bei einer Stärkung der Muskulatur kann nun beim Recurve - Bogen durch Austausch der Wurfarme die Zugkraft erhöht werden und an die Steigerung der Leistung angepasst werden. Die weiteren Bestandteile des Bogens sind die Sehne (Kunstfasern), ein am Mittelteil befestigtes Visier und eine Pfeilauflage. Im Anfängerbereich werden Pfeile aus Aluminiumrohr geschossen.

 

Als Zubehör benötigt man noch einen Armschutz (Schutz vor dem möglichen Aufschlag der Sehne auf den Unterarm), einen Fingerschutz für die Finger, die die Sehne ziehen und einen Köcher für den Pfeiltransport.

 

Geschossen wird auf Scheiben aus gepresstem Stroh oder Kunststoffen. Auf diese Scheiben können Zielauflagen (Papier) mit Durchmessern von 40 cm bis 1,22m befestigt werden.

Der Langbogen ist so, wie man sich einen Bogen vorstellt. Das jahrtausende alte Prinzip, ein Holzstab mit einer Schnur, ist jedoch nicht so simpel, wie es aussieht.

Ein guter Bogen stellt hohe Anforderungen an das verwendete Material, denn beim Schießen treten im Bogen sowohl Zugspannung (auf der Vorderseite ) wie auch Druckspannung (auf der dem Schützen zugewandten Seite ) auf, die vom Holz verkraftet werden müssen.

Beim Langbogen wird der Pfeil entweder über den Handrücken oder über eine kleine Pfeilauflage seitlich am Bogen entlanggeschossen, wodurch der Pfeil schräg aus dem Bogen kommt und meist seitlich am Ziel vorbeischießt, wenn man das nicht mit beim Zielen einkalkuliert.

 

Der Compoundbogen ist der am weitesten entwickelte Sportbogen. In Verbindung mit einem Release (mechanischer Lösehilfe), Visier und Stabilisation kann eine sehr hohe Treffsicherheit erreicht werden. Der Compoundbogen beruht auf dem Prinzip des Flaschenzuges. Die Spannung des Bogens wird nicht wie bei den beiden anderen Typen kontinuierlich in den Wurfarmen aufgebaut, sodass im vollen Auszug die ganze Energie auf den Fingern liegt, sondern genau umgekehrt. Am Anfang wird bis zum Einsetzen des Flaschenzuges viel mehr Kraft zum Ziehen gebraucht, während am Ende im Auszug, in der Zielphase, das Gewicht und der Druck auf den Fingern verringert wird.

 

Unter Kyudo (kyu - Bogen; do - Weg) versteht man eine jahrhundertealte japanische Form des Bogenschießens. Der auffälligste Unterschied zum westlichen Bogenschießen liegt in der Verwendung des asymmetrischen, etwa 2,25 Meter langen japanischen Bogens ohne irgendwelche Visiereinrichtung oder Pfeilauflage, der Kleidung, die sich aus der des Samuraikriegers entwickelte, und dem zeremoniellen Ablauf des Schießens.

Zeremonielles Bogenschießen wurde in Japan bereits im achten Jahrhundert von den Samurei bei besonderen Anlässen vorgeführt. Die Energie und Schlagkraft des Kriegers wurden mit der Würde und Ästhetik der Zeremonie verbunden. Nachdem im 16. Jahrhundert Feuerwaffen eingeführt worden waren und der Bogen seine Bedeutung als Waffe verloren hatte, traten die geistigen Aspekte von Kyudo in den Vordergrund.

Schon der Anfänger lernt schnell, dass nicht Wille und Ehrgeiz zu einem guten Trefferbild führen, sondern Konzentration, Gelassenheit und beständiges Üben mit korrekter Technik. Es ist schwer, Kyudo in herkömmliche Kategorien einzuordnen. Kyudo hat eine sportliche Komponente, ohne nur Sport zu sein, es hat einen geistigen Aspekt, ohne Religion zu sein, es ist eine körperliche Disziplin, aber mit einer starken psychischen und emotionalen Kraft.